Psychotherapie OWL

 

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Info zu psychotherapeutischen Verfahren

Psychotherapieverfahren und -ziele

Der Individualität der Lebensentwürfe und der Vielfalt der Zugänge zum Verständnis menschlicher Existenz gemäß haben sich unterschiedliche Psychotherapieverfahren entwickelt. Diese unterscheiden sich durch unterschiedliche Schwerpunktsetzungen im zugrunde gelegten Menschenbild und beziehen sich dabei auf anthropologische Grundannahmen, Persönlichkeits- und Störungstheorien, Behandlungs- und Techniktheorien und eine darauf beruhende Behandlungspraxis.

Psychotherapeutische Verfahren sind nicht etwa eine Sammlung von Behandlungstechniken, sondern wissenschaftlich begründete und fortlaufend überprüfte und weiterentwickelte Hilfsmittel zum Verständnis und zur Behandlung der vielfältigen Beeinträchtigungen, die indivduelle Lebensgeschichten erfahren können.

Während die Psychoanalyse (PA) und die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) davon ausgehen, dass mehr oder weniger unbewußte Spannungen/Konflikte unsere Wahrnehmung, unsere Gefühle unser Verhalten und damit unsere Entwicklung mitbestimmen, geht die Verhaltenstherapie (VT) davon aus, dass der Mensch alle wesentlichen psychischen Merkmale im Laufe seines Lebens erlernt.

Folgerichtig zielen Psychoanalyse und Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie darauf ab, unbewusste Konflikte und Sinnzusammenhänge bewusst zu machen, um Lösungen zu ermöglichen, während Verhaltenstherapie darauf abzielt, ungünstige Lernerfahrungen in Form von Denk- und Verhaltensfallen zu erkennen und zu verändern.

Ausgehend von ihren Grundannahmen arbeiten die Therapieformen mit ihren jeweils unterschiedlichen Behandlungstechniken daran, die Befähigung des Patienten wiederherzustellen oder zu entwickeln, seelischen Schmerz verwinden zu können und die auslösenden oder aufrechterhaltenden Bedingungen seines Leidens zu verändern oder sich daraus zu lösen.

Die hier benannten Psychotherapieverfahren können als Einzel- oder auch als Gruppenpsychotherapie eingesetzt werden.


Besonderheiten der Gruppenpsychotherapie

Die Gruppenpsychotherapie geht von der allgemein anerkannten Voraussetzung aus, dass psychische Störungen im sozialen Kontext entstehen und therapiert sie in einem sozialen Kontext, in der Gruppe. Sie ist eine sehr wirksame Psychotherapiemethode, die nach einer Blüte in den 70er Jahren jetzt bei zunehmender Vereinzelung in der Gesellschaft wieder vermehrt Vorurteilen begegnet.

Ein Vorgespräch bei einem/r Gruppenpsychotherapeuten/In kann eventuelle Vorbehalte meist ausräumen, es klärt die Voraussetzungen und die Indikation. Die Indikation zur Gruppenpsychotherapie ist kaum an bestimmte Störungsmuster gebunden, manchmal aus individuellen Gründen nicht gegeben.

Die Tiefenpsychologisch fundierte Gruppenpsychotherapie konzentriert sich auf die Bearbeitung aktueller Konflikte, die länger angelegte analytische Gruppenpsychotherapie strebt die Veränderung von grundlegenden Haltungen und Einstellungen an, ohne die bei manchen Störungsbildern die aktuellen Konflikte nicht gelöst werden können.

In der Gruppenpsychotherapie erfolgt im Wesentlichen die Therapie durch die Gruppe selbst. Dabei ist die Gruppe mehr als die Summe ihrer Mitglieder, sie gibt Vertrautheit, Ermutigung, Bestätigung. Der/die Therapeut/in achtet darauf, dass die Gruppe gut arbeitet, dass die Gruppendynamik fruchtbar wird. In der Gruppe erfährt man, dass man nicht allein mit seinen Problemen steht, man lernt andere Lösungsmöglichkeiten für die eigenen Konflikte kennen. Es ergibt sich die Möglichkeit, mit anderen Gruppenmitgliedern alte und neue Beziehungskonflikte stellvertretend wiederzuerleben und aufzuarbeiten. Man erfährt, dass man sich selbst kennen lernt, indem man andere versteht. Dass man sich selbst hilft, wenn man sich um andere bemüht.

Gruppen finden in der Regel in zwei Doppelstunden wöchentlich für jeweils 25 bis 80 (oder mehr) Doppelstunden statt.

Anmerkung: Gerade für Menschen, die Kontaktprobleme und Abgrenzungsschwierigkeiten haben, bietet die Gruppe das ideale Übungsfeld.

 

Neuigkeiten

Selektivvertrag Vereinigte IKK/KVWL
Ein Selektivvertrag der ausdrücklich auch ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichentherapeuten anspricht, ist offiziell bereits seit dem 01.01.2011 am Start: Selektivvertrag Vereinigte IKK/KVWL

 

Sicherheitslücke in neuen Kartenlesegeräten
Nach einer Mitteilung der KV Bayern wurde bei den stationären Kartenterminals eine Sicherheitslücke (S. 11) entdeckt.

 

BPtK-Studie zu Wartezeiten
Die Bundespsychotherapeutenkammer kommt zu dem Schluss, dass eine erhebliche Unterversorgung psychisch kranker Menschen herrscht: BPtK-Studie
Dies deckt sich mit der Erstanfragenerfassung von PT OWL, in der ebenfalls in einem eigens durchgeführten Projekt eine Unterversorgung von Therapie-Nachfragern festgestellt wurde: Erfassung von Erstanfragen.

 

Online-Abrechnung 
"KV SafeNet": Informatiker warnt vor Spionage-Routern in Arztpraxen. Praxisüberwachung?

 

Sonderbedarfsermittlung
Neues Urteil des BSG: Psychotherapiever-fahren müssen beim Sonderbedarf berück- sichtigt werden. Pressemitteilung der BPtK.

 

PT OWL Projekt Erstversorgung
Das Projekt Erstversorgung läuft in Bad Oeynhausen/Löhne bereits seit über zwei Jahren. In Herford wird es seit dem 01. November 2010 durchgeführt. Lesen Sie hier Durchführung und Evaluation. 

 

 

 




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